Sportclub Fulenbach seit 1944 

, Raphael Wermelinger (Oltner Tagblatt)

Mit langjährigem Knipser als Stürmertrainer: Der SC Fulenbach ballert sich ins Tabellenmittelfeld

Die Fulenbacher haben nach drei Vierteln der Meisterschaft bereits fünf Punkte mehr auf dem Konto als am Ende der vergangenen Saison. Und jetzt schiessen sie auch noch Tore. Ein ehemaliger Goalgetter als Helfer und ein Rückkehrer in Topform sind nur zwei Gründe für den Höhenflug der Mannschaft von Trainer Pascal Eng.

Die Fulenbacher sind in Torlaune. In den letzten zwei Spielen netzten sie zehnmal ein. In den vorherigen 16 Partien hatten sie durchschnittlich weniger als anderthalb Tore erzielt. «Wir haben sie uns aufgehoben», hat Trainer Pascal Eng gut lachenSein Team hat jetzt schon fünf Punkte mehr auf dem Konto als am Ende der vergangenen Saison und ist sechs Runden vor Schluss auf dem achten Platz klassiert. «Die Resultate machen mich stolz. Aber wenn wir absteigen, bringt es uns nichts, dass wir mehr Punkte haben als in den Vorjahren.» In der Vorrunde waren die Fulenbacher eines der Überraschungsteams. Die ersten drei Saisonspiele gingen zwar allesamt verloren, in den folgenden neun Spielen mussten sie sich dann aber nur noch ein weiteres Mal geschlagen geben. In die Rückrunde starteten sie mit einem 2:0-Auswärtssieg gegen Wangen, danach setzte es gegen Iliria (0:1), Biberist (1:2) und Bellach (0:2) drei Nuller in Folge ab.
«Die Niederlage gegen Iliria war sehr unglücklich. Auch gegen Biberist spielten wir bis zum Platzverweis kurz vor der Pause gut mit. Gegen Bellach hatten wir dagegen einen schwachen Tag», blickt Eng auf die kurze Baisse zurück. «Wir wussten auch in dieser Phase, dass wir unseren Weg weitergehen, egal was passiert.»

Fabian Wyss nimmt sich die Stürmer zur Brust
Was die Gegentore angeht, waren die Fulenbacher während der gesamten Saison im Soll. Aber sie trafen nicht oft genug. Um die Torproduktion zu erhöhen, steht es seit zwei Wochen jeweils am Donnerstag ein Stürmertraining im Kalender. Geleitet vom langjährigen Torjäger Fabian Wyss, der vor fünf Jahren aus der ersten Mannschaft zurücktrat.
«Ich habe im Winter entschieden, dass wir in der Rückrunde vermehrt in kleinen Gruppen spezifisch trainieren», erklärt Eng. «Die Spieler hatten dann die Idee mit dem Stürmertraining. Und Fäbu hat sich sofort bereit erklärt, zu helfen.»
Der Effekt dieser Sondereinheiten: ein 5:2-Erfolg in Gerlafingen und zuletzt ein 5:0-Heimsieg gegen den FC Hägendorf. «Natürlich ist da auch viel Aberglaube dabei. Aber die Hauptsache ist, es wirkt. Wir haben auf jeden Fall viel Spass im Moment», sagt Eng.
Vier der zehn Tore aus den letzten beiden Spielen erzielte Dzenis Poljak, der im Winter - nach einem Abstecher zum FC Grenchen und einer fast einjährigen Pause - auf den Sportplatz Bad zurückkehrte. In der Saison 2018/19 hatte der 23-jährige Angreifer die Fulenbacher mit 20 Saisontoren auf den dritten Schlussrang geführt. «Spätestens seit dem Hattrick gegen Hägendorf strotzt Dzenis natürlich vor Selbstvertrauen», freut sich sein Trainer und nennt einen weiteren wichtigen Grund für die guten Resultate: «Wir haben während der Vorbereitung im Sommer und auch im Winter konditionell mehr gemacht. Das zahlt sich aus. Die Spieler können den Karren auch nach siebzig, achtzig Minuten weiterziehen. Und von der Bank können wir mittlerweile noch einmal viel Qualität reinbringen.»

Pascal Eng rechnet mit dem Schlimmsten
Von der Konkurrenz erhalten Pascal Eng und seine Spieler viel Zuspruch für ihre Auftritte: «Ich höre von den Gegnern oft, dass sie nicht so gerne gegen uns spielen. Nicht wegen der Anspielzeit am Sonntagmorgen, sondern weil wir ein unangenehmer Gegner sind.» Am Sonntag sollen dies auch die Härkinger spüren, wenn der SC Fulenbach zum Derby auf dem Aesch gastiert. In der Vorrunde gewannen die Fulenbacher das Nachbarschaftsduell zu Hause mit 2:0.
Sie müssen unbedingt weiter punkten, wenn sie nicht wie in den vergangenen zwei Saisons bis zur allerletzten Runde um den Verbleib in der 2. Liga bangen wollen. Es könnte indes wiederum eine enge Kiste werden. Momentan beträgt Fulenbachs Polster auf den Strich nur drei Punkte, wenn man davon ausgeht, dass heuer gleich vier Vereine in die 3. Liga absteigen. Hägendorf, Wangen bei Olten und Trimbach liegen abgeschlagen zurück. Mümliswil, Gerlafingen, Fulenbach oder sogar den FC Olten könnte es im Extremfall auch noch treffen.
«Ich rechne mit vier Absteigern – alles andere bringt nichts in unseren Situation. Für uns spricht, dass wir es selber in den Händen haben. Wir müssen nur auf uns schauen», sagt Eng. Was er von den letzten sechs Spielen erwartet: «Es wäre schön, wenn wir mindestens die Heimspiele gegen Trimbach, Lommiswil und Olten gewinnen könnten.»